Vorgeschichte

Seit der Industrialisierung, in der das Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier entstand, ist die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region eng mit der Kohle verbunden. Einerseits sind Braunkohlenabbau und -veredlung die Basis für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand der Region. Andererseits verändert der Braunkohlentagebau die Landschaft so radikal wie kaum eine andere Technologie. Nicht nur die Natur wird massiven Eingriffen unterworfen, sondern ganze Ortschaften und die dort lebenden Menschen müssen dem Tagebau weichen.


Blick von Bösau auf den Tagebau Profen- 2008 (Foto: Sebastian Kempe)

Dass so tiefe Einschnitte in die Existenz von Menschen nicht immer ohne Konflikte ablaufen, ist verständlich. Schließlich werden die vertrauten Lebenswelten, liebgewordene Gewohnheiten und bedeutungsvollen Erinnerungen radikal umgekrempelt. Einem solchen Konflikt verdankt die Kulturstiftung Hohenmölsen ihre Existenz.

Die Vorgeschichte der Stiftung begann, als die Gemeinde Großgrimma im Zusammenhang mit der Erweiterung des Tagebaus Profen nach Hohenmölsen umgesiedelt werden sollte. Von Anfang an gingen die Beteiligen dabei neue Wege. Die Einwohner von Großgrimma entschlossen sich, den Umsiedlungsprozess nicht nur zu erleiden, sondern aktiv mitzugestalten. So wurden beispielsweise die alten Nachbarschaften am neuen Siedlungsort wiederhergestellt oder neue bewusst gegründet. Eine eigens geschaffene soziale Infrastruktur garantiert den Zusammenhalt nicht nur des Vereinslebens, sondern der gesamten Gemeinde am neuen Ort und steht zugleich den „Alt- Hohenmölsenern“ offen.

"Großgrimmaer" am neuen Wohnort - 2008 (Foto: Anja Knipfer)

In seiner letzten Sitzung am 30. Juni 1997 beschloss der Gemeinderat von Großgrimma einstimmig die Errichtung der „Kulturstiftung Hohenmölsen“, in der die Gemeinde Großgrimma als Stiftungsgeber fortleben soll. Das Stiftungskapital von 2,5 Millionen DM wurde durch das Bergbauunternehmen MIBRAG mbH bereitgestellt.


Dorfstrasse Großgrimma - 2008 (Foto: Sebastian Kempe)