ReKULTURvierung

Die Wandelgänge am Mondsee...

... haben ihren Platz im Erholungspark Mondsee gefunden

Der heutige Erholungspark Mondsee befindet sich in Mitteldeutschland im „Zeitzer-Weißenfelser-Revier“ und ist aus dem Braunkohlentagebau „Pirkau“ hervorgegangen. 1988 begannen dort die Sanierungs- und Rekultivierungsarbeiten. Ab 1990 erfolgte die Flutung des ehemaligen Braunkohlentagebaues. 1992 gründeten der damalige Bergbaubetreiber MIBRAG AG (eine Gesellschaft der Treuhandanstalt), die Stadt Hohenmölsen sowie die Gemeinden Zembschen, Gröben und Großgrimma den Zweckverband „Freizeit Pirkau“, um einen Betreiber und Entwickler für das entstandene regionale Freizeit- und Erholungsangebot zu haben und um den offen hervortretenden Akzeptanzproblemen gegenüber dem weiterhin aktiven Braunkohlenbergbau in der Region entgegenzuwirken. Der Freizeitpark Pirkau mit dem Mondsee kann und soll diesem entstehenden Freizeitangebot keine Konkurrenz machen. Vielmehr dient dieser als lebendiges Beispiel für nachhaltige Rekultivierung und Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften in direkter Verbindung zum aktiven Braunkohlenbergbau, als Alleinstellungsmerkmal in Mitteldeutschland.

 
Foto: Norbert Claus, MIBRAG mbH                                              Foto: Kulturstiftung Hohenmölsen

... sind ein Ort zum Erinnern und Verweilen


Grundgedanke

Die Wandelgänge am Mondsee sind die maßstabsgerechte, verkleinerte Abbildung der Landkarte vor der Überbaggerung von 15 Ortschaften durch die Tagebaue Pirkau und Profen.

Die landschaftsgestalterische Realisierung orientiert sich dabei an geographischen Kartenwerken.

Diese Art der Gestaltung ist bisher einzigartig.

Die Ortschaften wurden in ihrem Umriss als rote Granitplatten und die Verbindungswege im gelben Kiesbett dargestellt.

Die Flächen zwischen den Ortschaften und Wegen wurden als Labyrinth gestaltet, um damit zum einen den landschaftsgestalterischen Wert der Anlage zu erhöhen, zum anderen, um den geschichtlichen Hintergrund und seine sozialen Auswirkungen zu verdeutlichen.


Das Labyrinth ist zu verstehen:

... als Spiegelbild des Lebens mit seinen Wendungen und Umwegen, seinen Schwierigkeiten und Kämpfen; aber auch dem Lebensziel – dem Mittelpunkt


... als Sinnbild des „unterwegs sein“ (im Labyrinth) und des „ Ankommens“ (in dessen Mitte)


... als Neudefinition des räumlichen Verstehens, als Ort der Verwandlung und Veränderung

 
  

ehemalige Landkarte vor der Überbaggerung von 15 Ortschaften


Entwurf zur Gestaltung als Labyrinth


In den Gestaltungsprozess der Begegnungsstätte wurden ehemalige Bewohner der verlorenen Orte, Schüler und Vereine der Stadt Hohenmölsen, Teilnehmer der interdisziplinären Sommerakademie und Mitarbeiter der Bergbauunternehmens MIBRAG mbH einbezogen werden.

Die Realisierung des Projektes erfolgt durch den Freizeitpark Pirkau.
Der 1. Spatenstich fand im Rahmen der RECARBO-Radtour am Sonntag, dem 7. September 2014, statt.


Foto: Kulturstiftung Hohenmölsen


Eine Informationstafel an den Wandelgängen erinnert an die 15 durch die Tagebaue Pirkau und Profen umgesiedelten Ortschaften und gibt Auskunft über die Geschichte des Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenreviers.
Sie wurde im September 2016 während der traditionellen Radtour durch die recarbo ERLEBNISREGION enthüllt.




Wir bedanken uns für die Unterstützung beim Bau der Infotafel (Entwurfsplanung) beim Büro seecon Ingenieure GmbH.